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Schulhäuser kühlen: Wie Schulen auch bei Hitze lernfähig bleiben

Zu heisse Klassenzimmer sind mehr als ein Komfortproblem. Hohe Raumtemperaturen belasten Kinder und Lehrpersonen, mindern die Konzentration und erschweren einen geordneten Unterricht. Wer ein Schulhaus kühlen will, sollte deshalb nicht einfach eine Klimaanlage nachrüsten. Wirksam ist ein abgestimmtes Gesamtkonzept aus Sonnenschutz, Nachtauskühlung, guter Luftqualität und – wo erforderlich – effizienter aktiver Kühlung.

Kurz gesagt: Zuerst Wärmeeinträge reduzieren und vorhandene Kühlpotenziale nutzen. Reicht das bei Hitzewellen und Tropennächten nicht aus, wird die aktive Kühlung gezielt, leise und energieeffizient ergänzt.

Warum Schulhäuser im Sommer besonders schnell überhitzen

Schulzimmer weisen eine hohe Belegungsdichte auf. Viele Personen geben gleichzeitig Wärme und Feuchtigkeit an den Raum ab. Dazu kommen solare Gewinne über Fenster, Beleuchtung, digitale Geräte und teilweise ungenügende Möglichkeiten, die gespeicherte Wärme nachts wieder abzuführen. Besonders kritisch sind Räume mit grossen Glasflächen, fehlender Aussenbeschattung, geringer Speichermasse oder stark versiegelten Aussenflächen. Auch eine gute Wärmedämmung löst das Sommerproblem nicht automatisch. Ist die Wärme erst im Gebäude, kann eine dichte Hülle deren Abgabe verzögern. Entscheidend sind deshalb der Sonnenschutz, eine wirksame Nachtabkühlung, geeignete Speichermassen und ein Betriebskonzept, das zur tatsächlichen Nutzung passt.

Ab wann ist ein Klassenzimmer zu heiss?

Für Schweizer Schulen bestehen derzeit keine schweizweit einheitlichen und verbindlichen Temperaturgrenzwerte. Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) empfiehlt für regulären Unterricht eine Obergrenze von 26 °C. Das vom Bund unterstützte Pilotprojekt «Schulen trotzen der Hitze» zeigte in untersuchten Schulbauten zeitweise Temperaturen von über 26 °C; als wesentliche Ursache wurde fehlende Beschattung erkannt. Die erhöhten Temperaturen gingen mit geringerer Konzentration, Müdigkeit und körperlichem Unwohlsein einher. Eine einzelne Temperaturmessung reicht für einen Investitionsentscheid jedoch nicht aus. Für eine belastbare Beurteilung sollten Raumtemperatur, relative Luftfeuchtigkeit und CO₂ über repräsentative Sommerperioden aufgezeichnet werden. Erst diese Daten zeigen, welche Räume betroffen sind, wie lange die Belastung dauert und ob das Problem primär durch Sonne, Nutzung, Lüftung oder fehlende Wärmeabfuhr entsteht.

Welche Kühlsysteme eignen sich für Schulhäuser?

Die beste Lösung hängt stark vom Bestand, den verfügbaren Flächen und dem Sanierungsumfang ab. Häufig sinnvoll sind folgende Systeme:

  1. Erdsonden und Freecooling: Bestehende oder neue Erdsonden können im Sommer zur sanften Temperierung genutzt werden. Über einen Wärmetauscher wird Kälte mit wenig elektrischer Energie bereitgestellt. Gleichzeitig kann die sommerliche Wärmeeinleitung zur Regeneration des Erdreichs beitragen. Voraussetzung sind geeignete Kühflächen, eine Taupunktüberwachung und ein abgestimmtes hydraulisches Konzept.
  2. Kühldecken oder thermoaktive Bauteilsysteme: Grossflächige Systeme arbeiten mit moderaten Wassertemperaturen, sind leise und verursachen kaum Zugerscheinungen. Sie eignen sich besonders für Neubauten und umfassende Sanierungen. Planung und Regelung müssen Kondensation vermeiden und auf die Raumakustik abgestimmt werden.
  3. Kühlung über die Lüftungsanlage: Zentrale oder dezentrale Lüftungsgeräte können die Zuluft temperieren und je nach Konzept entfeuchten. Die über hygienisch notwendige Luftmengen übertragbare Kühlleistung ist jedoch begrenzt. Grössere Kühlleistungen erfordern entweder höhere Luftmengen oder zusätzliche wassergeführte Kühlsysteme.
  4. Dezentrale Raumgeräte: Dezentrale Lüftungs- und Klimageräte können bei Instandsetzungen eine pragmatische Lösung sein. Sie lassen sich raumweise betreiben und reduzieren den Platzbedarf für ein zentrales Kanalnetz. Zu beachten sind Fassadeneingriffe, Schallemissionen, Filterwechsel und der wiederkehrende Unterhalt.
  5. Split-, Multi-Split- oder VRF-Systeme: Für einzelne stark belastete Räume kann eine Direktverdampferanlage wirtschaftlich sein. Bei ganzen Schulhäusern müssen jedoch Aussengeräte, Schall, Leitungswege, Kältemittelmengen, Wartung und das architektonische Erscheinungsbild sorgfältig geplant werden. Eine solche Anlage löst zudem die Frischluftversorgung nicht.
So entsteht eine tragfähige Entscheidungsgrundlage

Ein sinnvolles Vorgehen umfasst fünf Schritte: Raumklima messen, Ursachen analysieren, passive Potenziale ausschöpfen, technische Varianten vergleichen und die gewählte Lösung im realen Sommerbetrieb optimieren. Für den Variantenvergleich sind Investitionskosten, Betriebskosten, Energie, CO₂-Emissionen, Unterhalt, Akustik und Eingriffstiefe transparent gegenüberzustellen. Der sommerliche Wärmeschutz und eine allfällige aktive Kühlung sind dabei gemäss den aktuellen Normen und den kantonalen Energievorschriften projektspezifisch nachzuweisen.

W+L Partner AG entwickelt für Schulhäuser und öffentliche Gebäude integrale Konzepte für Lüftung, Kälte, Klima und Energie. Wir analysieren den Bestand, erstellen Varianten mit Kostenangaben und begleiten die Umsetzung von der ersten Entscheidungsgrundlage bis zur Inbetriebnahme.

Ist Ihr Schulhaus im Sommer zu heiss?
Wir schaffen mit Messungen, Variantenvergleich und integraler Gebäudetechnikplanung eine belastbare Entscheidungsgrundlage – für gesunde Lernräume und langfristig wirtschaftliche Lösungen.
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Was kann eine Schule kurzfristig gegen Hitze tun?

Sonnenschutz frühzeitig schliessen, Räume nachts und morgens gezielt auskühlen, interne Lasten reduzieren, kühlere Räume nutzen, Trinkwasser bereitstellen und den Unterricht organisatorisch anpassen. Diese Sofortmassnahmen ersetzen bei wiederkehrender Überhitzung keine bauliche oder technische Lösung.

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